August-Plenum

Am Mittwoch, den 8. August 2018 findet um 19 Uhr im Clubraus (oben im Schlatterhaus, Österbergstr. 2) unser Plenum statt.

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Outsourcing, Prekäre Beschäftigung und Niedriglöhne

Bericht von der Podiumsveranstaltung in Juni 2018

Attac, DGB Kreisverband, Tübinger Arbeitslosentreff und ver.di Ortsverein hatten am 26. Juni zum Podium „Outsourcing und Niedriglohnsektor“ geladen. Anlass war die Entlassung der 47 Lastwagen-Fahrer im Rewe-Logistikstandort Bondorf im Oktober letzten Jahres, deren Arbeit von externen Speditionen übernommen wurde. Daraus entstand die Idee, sich mit Outsourcing, und prekären Beschäftigungsverhältnisse und niedrige Löhne zu beschäftigen. Es zeigte sich, dass sie auch in Tübingen leider alltäglich sind und zwar nicht nur in der Privatwirtschaft, sondern auch bei öffentlichen Arbeitgebern.

Angela Hauser, Personalratsvorsitzende am Uniklinikum Tübingen berichtete von der Ausgliederung von Küche und Reinigung an die Servicegesellschaft UDO, mit der Folge, dass diese Beschäftigten nun nach schlechteren Tarifverträgen entlohnt werden.

Margrit Paal, Personalratsvorsitzende der Universität legte dar, dass langjährige Befristungen im wissenschaftlichen Bereich inzwischen Standard für über 85 Prozent der Beschäftigten sind. Auch im wissenschaftsunterstützenden und administrativen Bereich steigt die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse.

Gerlinde Strasdeit, ver.di-Ortsvorstandsvorsitzende und Linke-Stadträtin sprach über die Teilausgliederung der städtischen Reinigungskräfte: seit 20 Jahren wurde mit „Einspargedanken“ immer mehr fremdvergeben. Die Beschäftigten – überwiegend Frauen – wurden in prekäre Stellen geschickt: 400-Euro-Jobs, Leiharbeit, ohne Weihnachtsgeld, meist befristet, weniger Urlaub wie im öffentlichen Dienst. Der Personalrat und die Linke-Fraktion haben das immer wieder heftig kritisiert. Für Strasdeit ist klar: Die Kommunen dürfen nicht zu Vorreitern der Tarifflucht und Prekarisierung werden. Die Linke beantragt Jahr für Jahr die Reinigung wieder zu 100% zu kommunalisieren, leider gab es dafür bisher keine Mehrheit.

Helga Fischer berichtete, dass es schwer war und lange dauerte, einen Betriebsrat bei sMAIL zu gründen. Viele Beschäftigte sind Studierende und SchülerInnen und deshalb schwer für die Gewerkschaft anzusprechen. Befristungen und niedrige Löhne führen zu hoher Fluktuation: viele Beschäftigte sind schnell wieder weg, sobald sie etwas besseres finden.

Ein positives Beispiel konnte Strasdeit anführen: die Privatisierung der städtischen Müllabfuhr konnte 2009 u.a. mit einer ver.di-Postkartenaktion verhindert werden.

Klar wurde, dass betriebliches und gewerkschaftliches Engagement wichtig ist, um gute Arbeitsbedingungen durchzusetzen, aber nicht ausreicht. Die Politik müsse Prekarisierung und Niedriglöhnen entgegen wirken, anstatt sie zu beförden z.B. durch Rekommunalisierung, einen (alters-)armutsfesten Mindestlohn von 12 Euro, Befristungen, Leiharbeit und Werkversträge verbieten.

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Juli-Plenum

Statt Juliplenum machen wir ein Sommerfest.

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Themenabend Juli: Reise in den Herbst

Attac-Themenabend Juli in Zusammenarbeit mit Heike Hänsel MdB und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

Film und Gespräch mit dem Regisseur: Reise in den Herbst
Neuer Dokumentarfilm von Martin Keßler (ca. 140 min, 2017)

Dienstag, 24. Juli 2018, 20 Uhr, Tübingen, Schlatterhaus, Österbergstr. 2

„Reise in den Herbst“ startet zu Beginn des Jahres 2017. Eines Jahres mit richtungsweisenden Wahlen. In den Niederlanden, Frankreich, Deutschland. Und in dem sich viele fragen: Erleben wir jetzt auch in Europa und Deutschland den Durchmarsch der Rechtspopulisten? Schlammschlachten auf niedrigstem Niveau? In denen Fremde, Flüchtlinge als Sündenböcke dienen. Um von den eigentlichen Fragen abzulenken?: Nach den Ursachen des Vertrauensverlustes in etablierte Parteien und Institutionen. Und wie man dem begegnen soll. Ist das „alte System“, gar der Kapitalismus, am Ende? Und was kommt danach?
Auf der Suche nach Antworten reisen wir quer durch Deutschland. Wir sprechen mit „einfachen Leuten“, die ihre Miete kaum noch zahlen können. Mit dem Schweizer Soziologen Jean Ziegler und mit Opel – Arbeitern, deren Fabrik platt gemacht wurde und die vor der Übernahme durch den französischen PSA – Konzern stehen. Wir treffen Andreas Ehrholdt, der einst die Hartz IV – Proteste begann. Und „Pulse of Europe“- Demonstranten, die das Schicksal der EU nicht mehr den Politikern allein überlassen wollen. Wir treffen die Nürnberger Berufsschüler, die die Abschiebung ihres Klassenkameraden nach Afghanistan verhindern wollen. Aber auch „Revolutions – Romantiker“, die auf einen grundlegenden Umsturz hoffen. Wir begegnen führenden Rechtspopulisten, Angela Merkel und Martin Schulz. Sind zum G 20 – Gipfel in Hamburg. Und erleben die Wahlniederlagen von Geert Wilders und Marine Le Pen live vor dem heimischen Fernseher. Und die neusten „Streiche“ von Donald Trump. So wie Millionen in Deutschland und weltweit, die sich mittels Medien ihr Bild von einer „Zeitenwende“ machen, von der man sagt, dass sie uns alle betreffen wird.

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Karla Lara: Acordamos vivir cantando

Die Stimme des Widerstands in Honduras: Karla Lara: Acordamos vivir cantando

Samstag, 21. Juli 2018, 20 Uhr, Tübingen, Sudhaus, Biergarten, Hechinger Str. 203

„Unsere Körper treffen sich und beschließen zu leben. So wie es die zapatistischen Frauen vor kurzem bei ihrem Treffen formulierten: Wir beschließen zu leben und da Leben Kampf ist, beschließen wir zu kämpfen. Und da wir singen um zu kämpfen und kämpfen um zu singen, beschließen wir singend zu leben!!“ Karla Lara, im März 2018 – zur bevorstehenden Tour in Deutschland
Karla Lara tritt mit ihrem Pianisten Jose Antonio Velasquez in mehreren deutschen Städten auf, mit dem sie bereits seit 2007 zusammenarbeitet. Die Sängerin und Feministin gilt in ihrem Heimatland Honduras als Stimme des Widerstands. Seit 2004, als sie sich für ein Leben als Sängerin entschied, hat sie vier CDs produziert.

Ihre Texte sind inspiriert von den zivilgesellschaftlichen Widerstandsaktionen in ihrem Heimatland: gegen Korruption, gegen Landraub und Vertreibung, gegen den neoliberalen Ausverkauf vor allem indigenen Gemeindelandes. Sie war eine enge Freundin der 2016 von Auftragskillern ermordeten Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres und hatte schon vor dem Mord die Ballade des Widerstandes gegen das auf Gemeindeland der Lencas geplante Wasserkraftwerk geschrieben und intoniert. Dieses Stück „Que corra el rio“ (Der Fluss möge fließen) hat sie nach der Ermordung ihrer Freundin Berta gewidmet. Es gehört zum Programm ihrer Rundreise. Ihre Texte erzählen auch von den Hoffnungen der Menschen.

Mit ihrer großartigen Stimme und ihren humorvollen direkten Ansprache tritt sie auf der Bühne des Nationaltheaters von Tegucigalpa genauso auf wie auf einer provisorischen Bühne während einer Protestkundgebung.

Zur Situation in Honduras spricht die Journalistin Erika Harzer mit Karla Lara und Heike Hänsel MdB (DIE LINKE).

Eintritt: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Veranstalter: Heike Hänsel MdB und attac Tübingen

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Juni-Plenum 13.6.18

Am Mittwoch, den 13. Juni 2018 findet um 19 Uhr im Clubraus (oben im Schlatterhaus, Österbergstr. 2) unser Plenum statt.

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Greenwashing: Warum dürfen die das alles?

Artikel aus der „Kupferblau“ zu unseren Veranstaltung mit Kathrin Hartmann: „Die Grüne Lüge“:

Warum ist es erlaubt, dass bei der Produktion von Gütern die Menschenrechte verletzt und die Umwelt zerstört werden? Und warum werde ich als KonsumentIn dafür verantwortlich gemacht? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Kathrin Hartmann in ihrem Buch „Die grüne Lüge“.

Hier weiterlesen.

 

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Kein Mai-Plenum

Auf Grund vieler abwesender Aktiver entfällt das Mai-Plenum und wir sehen uns zum Themenabend am 15. Mai: „Die Grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell, Lesung und Diskussion  mit der Autorin Kathrin Hartmann“

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Podium: Outsourcing und Niedriglohnsektor

Attac-Themenabend Juni

in Kooperation mit dem Tübinger Arbeitslosen-Treff e.V., ver.di Ortsverein-Neckar-Alb und dem DGB Kreisverband Tübingen

Podium: Outsourcing und Niedriglohnsektor

Dienstag, 26. Juni 2018, , 20,  Uhr
Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstr. 2, Tübingen

Nicht nur Lastwagenfahrer*innen werden gekündigt und z u  schlechteren Bedingungen bei einer neuen Firma angestellt,auch Reinigungskräfte oder Küchenpersonal, Pflegekräfteoder Entsorger*innen sind gezwungen unter schlechteren Bedingungen eine neue Anstellung zu finden, d. h. sie be­kommen weniger Lohn, weniger Urlaub und haben meist bef­ristete Verträge. Die Liste der Beispiele aus dem öffentlichen wie dem privaten Sektor liesse sich fast beliebig fortführen.

Neben d iesem „Outsourcing“ reiht sich auch die Aushöhlung von Branchentarifverträgen in die neoliberale Wirtschaftspoli­tik mit ein und eine Politik, die die Menschen zwingt jeden Job anzunehmen – ungeachtet der Bedingungen oder des Lohnes.

Für die Arbeitgeber ist die Ausgliederung eine willkommeMöglichkeit, Personalkosten zu sparen. Nach Schätzungen sind mindestens 20 Prozent der Beschäftigten in den Krankenhäusern inzwischen in „Servicegesellschaften“ oder in anderer Form ausgegliedert. Neben den „klassischen“ Out­sourcingbereichen wie Reinigung und Küche betrifft dies in­zwischen auch vermehrt Handwerk und Technik,  Therapeut*innen, Verwaltung/IT, Sozialarbeiter*innen, und bei manchen privaten Anbietern auch die Pflege. So wurde inzwischen ein Niedriglohnsektor aufgebaut und wird weiter ­hin ausgebaut.

Welche Folgen hat Outsourcing für die Belegschaften? Wie wirkt sich der wachsende Niedriglohnsektor aus unsere Ge­sellschaft aus? Und welche Handlungsmöglichkeiten gibt es? Das wollen wir diskutieren mit:

  • Angela Hauser, Personalratsvorsitzende am Uniklinikum Tübingen, wo zahlreiche Beschäftige in die Servicegesellschaft UDO ausgegliedert wurden
  • Margrit Paal, Personalratsvorsitzende der Universität Tübingen, an der es viele Befristungen gibt
  • Gerlinde Strasdeit, ver.di­-Ortsvorstandsvorsitzende und Linke­-Stadträtin in Tübingen, kritisiert die Ausgliederung der städtischen Reinigungskräfte
  • Helga Fischer, Betriebsrätin bei sMAIL, einem privaten Postdienstleister in Tübingen/Reutlingen

Flugblatt: va-outsourcing

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Themenabend Mai- Kathrin Hartmann: Die grüne Lüge

Attac-Themenabend Mai in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg

15.05.2018, 20 Uhr, Schlatterhaus, kleiner Saal, Österbergstraße 2, Tübingen

Lesung mit Gespräch mit Kathrin Hartmann

Grüne Lügen – je absurder sie sind, desto bereitwilliger werden sie geglaubt
Aus der Zusammenarbeit mit Werner Boote, mit dem zusammen sie das Drehbuch für seinen Film „The Green Lie“ (ab März 2018 in den Kinos) verfasste, in dem sie auch selbst mitwirkt, entstand dieses aufrüttelnde Buch.

Greenwashing, also das Bemühen der Konzerne, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verstecken, ist erfolgreicher denn je. Aber jenseits der grünen Scheinwelt schreitet die Zerstörung rapide fort. Laut dem Global Footprint Network lebt die Weltbevölkerung derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Würden alle auf der Welt so konsumieren, wie es Menschen in reichen Ländern wie Deutschland tun, bräuchte es 3,1 Erden, um den „Bedarf“ zu decken. Der Verbrauch pflanzlicher, mineralischer und fossiler Rohstoffe hat sich zwischen 1980 und 2010 von 40 auf 80 Milliarden Tonnen verdoppelt. Die Artenvielfalt nimmt ab, Wälder schwinden, Böden degradieren, Emissionen steigen und der Hunger wächst.

Alle wissen das. Trotzdem hält Greenwashing jedweder Aufklärung stand. Je gebildeter die Zielgruppe, je schädlicher das Produkt ist und je absurder das daran geknüpfte Öko-Versprechen, je offensichtlicher also die grüne Lüge ist, desto eher wird sie geglaubt.

Doch die Menschen wehren sich weltweit gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Wie der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya, der den Energiekonzern RWE vor einem deutschen Gericht verklagt.

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