15. Oktober: Werner Rügemer: BlackRock & Co – die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts: und warum sie mit der Coronakrise ihren Einfluss noch erweitern

Attac-Themenabend Oktober in Zusammenarbeit mit ver.di Ortsverein Neckar-Alb und dem DGB Kreisverband Tübingen
Donnerstag, 15. Oktober 2020, 20 Uhr
Tübingen, Schlatterhaus, Österbergstr. 2

Werner Rügemer erläutert in seinem Vortrag die Praktiken von BlackRock, Blackstone, Hedgefonds und unregulierter Schattenbanken. Sie alle beschäftigen bzw. arbeiten mit einem Heer von Beratern zusammen: Wirtschaftskanzleien, Wirtschaftsprüfern, Unternehmensberatern, Ratingagenturen usw. Er stellt klar, welche Rolle diese Unternehmen und Agenturen bei der Verwertung von aufgekauften Firmen, Banken und Mietwohnungen in Krisenstaaten spielen. Rechtsverletzungen sind laut Rügemer eine Notwendigkeit der hier praktizierten Geschäftsmodelle. Sie schaffen außerdem in logischer Folge prekäre Arbeitsverhältnisse, unterstützen zu ihrem Vorteil populistische Politik und befördern Parallelgesellschaft in Finanzoasen. Rügemer benennt auch Personen, die hinter solchen Finanzakteure stecken z.B. Fink/BlackRock, Schwarzman/Blackstone, Thiel/Founders Fund, Dalio/Bridgewater, Bezos/Amazon usw. und weist am Beispiel von Google auf die Verflechtungen und Kooperationen dieser Akteure mit dem Militär hin.

Er geht auch auf die durch die Corona-Pandemie beschleunigte Digitalisierung und die
von BlackRock mitorganisierten Rettungs- bzw. Anleiheprogramme der USA, der EU und der Zentralbanken wie der EZB ein.

Referent Werner Rügemer ist Publizist, Vorstandsmitglied der aktion gegen arbeitsunrecht; er gehört zum wissenschaftlichen Beirat von attac Deutschland und hat die Initiative Gemeingut in BürgerInnenhand(gib) mit gegründet. Mitglied im Deutschen Schriftstellerverband (Verdi) und im PEN­Zentrum Deutschland

Bitte Mund-Nasen-Schutz mitbringen, sowie die Abstands- und Hygieneregeln befolgen.

Gerhard Schick: Die Bank gewinnt immer (Vortrag)

Attac-Themenabend November
in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stifung
und dem Weltethos-Institut
Freitag, 20.11. 2020, 20 Uhr
Tübingen, Weltethos-Institut, Hintere Grabenstraße 26

Der Finanzmarkt zieht uns das Geld aus der Tasche. Unfairer Um­gang mit Sparvermögen und unserer Altersvorsorge, giganti­scher Steuerbetrug und dreiste Immobilienspekulation machen uns das Leben schwer. Eine fehl­gesteuerte Finanzindustrie birgt Crashgefahr und schafft immer neue Probleme bei den globalen Herausforderungen, aber auch im Alltag der Bürger und Verbraucher. Sie ist zu groß, zu mächtig und zu intransparent. Und sie vergiftet das gesellschaftliche Klima.

Es ist höchste Zeit für eine Finanzwende, sagt der quer durch alle politischen Lager hoch geschätzte Finanzexperte Gerhard Schick. Neue Regeln und Maßnahmen müssen her und kriminelle Akteure gestoppt werden. Schick zeigt: Eine bürgerorientierte Finanzwelt ist möglich. Gerhard Schick thematisiert in seinem neuen Buch und in seinem Vortrag Kriminalität, Ungleichheit, Klima, Digitalisierung, „immer wieder Krisenmodus“ und Lobbyismus.

Premiere „Wer Rettet Wen? Reloaded“ am 11.9.20 in Tübingen und Reutlingen

FilmflyerAttac Tübingen hat die Entstehung des Films „Wer Rettet Wen? Reloaded“ gefördert und nun zum bundesweiten Start am Freitag, den 11.9.2020 Premierenvorstellungen in Reutlingen und Tübingen organisiert.

Kamino Reutlingen, Kino im Wendler-Areal, Ziegelweg 3, Reutlingen, 11.9.20, 17:30 Uhr, Eintritt: 8 Euro

Link zum Vorverkauf: https://www.kamino-reutlingen.de/programmuebersicht/

Schlatterhaus, Österbergstr. 2, Tübingen, 11.9.20, 20 Uhr, Eintritt frei

Aus dem Ankündigungstext: „Alle Welt redet von der „Corona- Krise“. Doch Corona ist nur ein Brandbeschleuniger. […] Aus der letzten Krise wissen wir, dass Krisen stets das Einkommen, die Arbeitsrechte und die persönliche Sicherheit der Lohnabhängigen und unsere Demokratie bedrohen. Mit der Finanzkrise wurde die Arbeit auf Abruf, als Freelancer und in der Gig-Ökonomie ohne jede soziale Absicherung zum Alltag. Dies haben wir im Film „Der marktgerechte Mensch“ unter die Lupe genommen und betrifft in den „entwickelten“ Staaten des Westens nun 40% aller Beschäftigten. […]

Lasst uns verhindern, dass wir 99,9%  wieder für die Krise der 0,1% Reichen und Mächtigen zahlen müssen! Der Film „Wer Rettet Wen?“ zeigt eindringlich, wie das in der letzten Krise geschah. Wer seine Geschichte nicht versteht, läuft Gefahr, sie noch einmal tragischer zu wiederholen. Deshalb nun die aktuelle Version des Films „Wer Rettet Wen – Reloaded“. Seien Sie gewappnet!“

 

Juliplenum am 8.7.2020

Unser nächstes Plenum findet am regulären Termin am regulären Ort statt: Am Mittwoch, den 8. Juli 2020 um 19 Uhr im Clubraum des Schlatterhauses, Österbergstr. 2.

Bei schönem Wetter gehen wir in den Garten des Schlatterhauses, bitte in jedem Fall Mund-Nasen-Maske mitbringen und auf Abstand achten.

Onlineveranstaltung am 9.7.mit Werner Rätz: Verteilung der Krisenkosten

Donnerstag, 9. Juli 2020, 20 Uhr

Onlineveranstaltung mit Werner Rätz: Verteilung der Krisenkosten

Wir erleben eine Zeit des Umbruchs. Was gestern noch als normal angesehen wurde, wird heute durch die Coronakrise in Frage gestellt. Viele Menschen sind zurzeit großer sozialer Unsicherheit ausgesetzt. Die Pandemie spitzt die ohnehin schwelenden sozialen und wirtschaftlichen Krisen zu, während brisante Entwicklungen, wie etwa die Klimakatastrophe, in den Hintergrund rücken. Gleichzeitig offenbart sie die Notwendigkeit der Kooperation und Solidarität mit anderen. Exemplarisch zeigt etwa der Fall des Gesundheitssystems, dass die Gesundheit des Einzelnen von der Gesundheit aller abhängt. Und wer hätte das gedacht: Solidarität entwickelt sich gerade zum neuen politischen Schlagwort. Die Forderungen nach einem solidarischen Umbau der sozialen Sicherungs- und Gesundheitssysteme werden immer lauter. Covid-19 zeigt uns wie zuletzt nur die große Finanzkrise, wie instabil und verwundbar das globalisierte Wirtschaftssystem ist.

Die nächsten Monate können entscheidend sein, ob Veränderungen in Richtung sozial-ökologischen Umbaus gelingen oder es ein Rollback in den kapitalistischen Normalzustand gibt. Wer zahlt die Kosten der Krise? In welche Richtung zeigen hier die Konjunkturpakete der Bundesregierung? Wie könnte sich die Krise zur Chance für einen Umbau zu einer solidarischen und ökologisch-nachhaltigen Gesellschaft entwickeln?

Diese Fragen wollen wir mit Werner Rätz aus dem Koordinierungskreis von Attac diskutieren, der uns einen aktuellen Überblick über geplanten Maßnahmen und Alternativen geben wird. Dann wollen wir überlegen, wie wir mit diesem Thema auch in Tübingen in die Öffentlichkeit gehen könnten, etwa mit einer Kundgebung. Dazu laden wir neben allen interessierten Einzelpersonen auch andere Tübinger Gruppen ein.

Man kann per Computer, Tablet oder Smartphone teilnehmen unter https://global.gotomeeting.com/join/640187437 oder sich per Telefon einwählen:

Deutschland: +49 891 2140 2090 –

Direktwahl: tel:+4989121402090,,640187437#

Zugangscode: 640-187-437

Juni-Plenum am 10.6.20

Wir machen mal unser Plenum am 10. Juni um 19 Uhr mit Abstand im Garten, alle sind herzlich eingeladen, wer kommen mag, mailt für die Adresse an attac.tuebingen@posteo.de.

Es wird um den Rückblick auf die vergangenen Aktivitäten gehen, etwa um die Demos gegen die Prämie für Neuwagen, dann wollen wir weitere Aktivitäten besprechen.

Rede von Heiner Lempp am 29. Mai auf dem Holzmarkt

Es ist nicht zu fassen

die Politik diskutiert ernsthaft zur „Wiederankurbelung der Wirtschaft“ über eine erneute Auto-Verschrottungs- und Neukauf-Prämie – mehrere tausend € soll geschenkt bekommen, wer sein funktionstüchtiges Auto verschrotten läßt und ein neues kauft egal sogar, was für eines! – es ist wirklich nicht zu fassen.

  • Ist denn schon vergessen? – dass in jedem Öko-Kauf-Berater fast für jedes Produkt steht: die längere Nutzung eines vorhandenen Gerätes ist umwelt-vernünftiger als der Kauf eines neuen, auch eines effizienteren. Denn sowohl hat das alte in seiner Herstellung Ressourcen verbraucht als auch die Herstellung des neuen.
  • Ist schon vergessen? – dass nachweislich und unbestritten die sogenannte „Abwrackprämie“ 2008/2009 zur Ankurbelung der Automobilwirtschaft nach der sogenannten Finanzkrise, die angeblich zur „ökologischen Modernisierung“ der PKW-Flotte in Deutschland führen sollte, dieses Ziel nie erreicht hat? dass – im Gegensatz zur Verbesserung der Ökobilanz der Energiewirtschaft – der Verkehrssektor seit 1990 keinerlei Verbesserungen gezeigt hat.
  • Natürlich ist vergessen, dass der damals neugewählte grüne Ministerpräsident Kretschmann in einem seiner ersten Interviews schlicht und einfach was Wahres gesagt hatte „Weniger Autos sind besser als mehr Autos“ – zu recht vergessen, denn er hat das ja nach der Intervention der Auto-Bosse rasch zurückgenommen und stellt sich heute auf einer Parteiversammlung in Biberach so dar: „Als Minischderpräsident von Ba.-W. fehrt mer an Daimler S Klasse ! Baschda!“
  • Und ist schon vergessen, dass die großen deutsche Auto-Konzerne zuerst in den USA, und jetzt in Deutschland jedenfalls auch VW , als in Sachen Abgaswert-Manipulation gerichtlich bestätigte Betrüger schadenersatzpflichtig werden – leider nur gegenüber ihren Kunden und nicht auch gegenüber den abgasgeschädigten Menschen.

Und von dieser Auto-Industrie will sich die Politik erneut erpressen lassen? Es ist nicht zu fassen.

Haben die Verantwortlichen denn nicht wahrgenommen, was in den letzten Wochen trotz aller Beeinträchtigungen und auch Nöte viele Menschen festgestellt haben: es geht ja auch mit sooo viel weniger! : Weniger Hetze, weniger Konsum, weniger Schafferei – und das führte dann auch zu: weniger Autofahrten, viel weniger Flüge, weniger Co2-Ausstoß, weniger Krach, bessere Luft.

2 wichtige Vordenker der die notwendige sozial-ökologische Transformation unseres Gesellschaftssystems waren fassungslos über dieses unerwartete Geschenk des lock-down als Nachdenkpause: Der Soziologe Hartmut Rosa, der unsere bisherige Gesellschaft analysiert hat als eine, die nur im ständigen schneller, weiter, mehr stabil bleiben kann wie ein Läufer auf einer abrutschenden Sanddüne und der WiWi Niko Paech, der über ein Wirtschaftssystem ohne Wachstum nachdenkt: beide äußerten: „das war ja immer die Schwachstelle unserer Überlegungen: wie steuern wir um? Wie kann die Maschine abgebremst werden, ohne ins Schleudern zu geraten, Und jetzt: steht das Hamsterrad innerhalb 2 Wochen plötzlich still. – Was für eine Chance!“

Und diese Chance soll jetzt ungenutzt vorbeigehen, ja, schnell verdrängt werden? Eine Verschrottungs- und Neukaufprämie für Individual-PKW‘s ist wahrlich das passendste und das heißt das verrücktete Symbol für eine Politik des „Weiter wie vorher“ – des „Zurück zum „Normalen“ – von dem doch immer mehr Menschen wissen, dass es nie hätte normal werden dürfen – und es keinesfalls wieder werden darf, wenn wir, wenn unsere Enkel, ja schon unsere Kinder eine lebenswerte Zukunft haben sollen.

Lassen wir nicht zu, dass unsere Zukunft verschrottet wird.

Freitag 16 Uhr Holzmarkt: Keine Abwrackprämie für die Zukunft!


Am morgigen Freitag, den 29.5.20 veranstalten die Parents for future Tübingen um 16 Uhr auf dem Holzmarkt eine Kundgebung “ Keine Abwrackprämie für die Zukunft!“. Sie rufen auf, Bobbycars und Spielzeugautos mitzubringen, sowie Mundschutz zu tragen und den Abstand einzuhalten. Auch Attac Tübingen wird sich an der Aktion beteiligen und ruft zur Teilnahme auf.

Aus Protest gegen die drohenden Subventionen für die Autoindustrie gehen auch andere
Attac-Gruppen in ganz Deutschland zusammen mit anderen verkehrspolitisch Aktiven am Freitag in vielen Städten auf die Straße.

„Angesichts des drohenden Klimakollapses ist es nicht nur absurd,
sondern auch dreist, weitere Steuermilliarden in die Förderung des
individuellen Autoverkehrs zu stecken, während die Aktionär*innen der
Autokonzerne weiter Dividenden erhalten“, sagt Thomas Eberhardt-Köster
vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Statt eine
Dinosaurierindustrie zu fördern, müssen öffentliche Verkehrsmittel mit
staatlichem Geld ausgebaut werden. Viele Kommunen haben wegen Corona
damit zu kämpfen, Bus und Bahn weiter zu finanzieren. Umso dringender
müssen sie unterstützt werden. Wir brauchen Geld für Öffis statt für
Autos!“

Nachdem die Politiker*innen auf dem virtuellen Autogipfel am 5. Mai das
Thema Abwrackprämie noch vertagt hatten, drängen die Autolobby und die
Ministerpräsidenten der „Autoländer“ die Bundesregierung nun zu einer
Entscheidung über Kaufanreize.

Dabei ist Verkehr der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen in
Deutschland, Tendenz steigend. Der Großteil stammt aus dem individuellen
Autoverkehr. Um das 1,5 Grad-Klimaziel zu erreichen, muss dieser radikal
eingeschränkt werden.

Aus Sicht von Attac bietet die gegenwärtige Krise eine Chance, um
endlich das System der Mobilität sozialökologisch umzugestalten. Angst
vor einem Umbau der Autoindustrie ist dabei unbegründet: „Die
Autokonzerne können in Teilen zu klimagerechten Mobilitätskonzernen für
Busse und Bahnen umgebaut werden. Ausbau und Betrieb des erweiterten
öffentlichen Verkehrs schafft zusammen mit dem riesigen
Arbeitskräftebedarf in der Pflege oder im Handwerk zusätzlich Arbeit.
Zusammen mit einer allgemeinen Arbeitszeitverkürzung ist so eine
klimagerechte soziale Sicherung für die Beschäftigten möglich“, sagt
Achim Heier, ebenfalls aktiv im Attac-Koordinierungskreis. „Daimler, VW
und BMW sitzen auf Gewinnrücklagen in Höhe von 180 Milliarden. Statt mit
diesem Geld Großaktionär*innen noch reicher zu machen, müssen sie das
Geld für den nötigen Umbau ihrer Produktion nutzen.“

Weitere Informationen:

Attac-Kampagne „ Einfach umsteigen – Klimagerechte Mobilität für alle“:
www.attac.de/einfachumsteigen

Attac-Basistext „Klimagerechte Mobilität für alle“:
https://shop.attac.de/basistext-57-klimagerechte-mobilitaet-fuer-alle